Bibelgarten im Karton

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Konzept der pädagogischen Arbeit  Gartengruppe "Flowerpower" stellt sich vor Lutherpäckchen

AKTUELLES

Bibelgarten Ottendorf
 
   
Konzept der pädagogischen Arbeit in der Gartengruppe "Flowerpower"

 

Unterfahrbares Hochbeet

Die einzigartige Persönlichkeit der bzw. des Beschäftigten bildet den Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns.
Eine Erhöhung der Handlungskompetenz zur aktiven und sinnerfüllten Lebensbewältigung in sozialer Integration und für ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit und Selbstbestimmung steht bei unserer Förderung im Vordergrund. So ist es die vorrangige Aufgabe, den Beschäftigten gleichberechtigt und unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen die notwendigen Kompetenzen für ein humanes, demokratisches und solidarisches Zusammenleben innerhalb der Gemeinschaft zu vermitteln. Das Bestreben der Mitarbeiter ist es unter diesen Vorgaben allen Beschäftigten der Gruppe Arbeits- und Fördermöglichkeiten im Sinne des Konzeptes zu bieten. Dies geschieht in einbindender Zusammenarbeit mit dem einzelnen Beschäftigten durch gegliederte Aufteilung von Arbeitseinheiten in individuell angepasste Arbeitsschritte und die Bereitstellung von spezifisch vorbereiteten Arbeitsmaterialien, Arbeitsplätzen und Werkzeugen sowie durch die Nutzung des Themenfeldes  „Garten“ als Grundlage zur Umsetzung therapeutischer und pädagogischer Ziele. Letzteres gilt beispielsweise für die Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Motorik, der Entwicklung sozialer und kognitiver Kompetenzen, die Persönlichkeitsentwicklung und die Unterstützung beim Sinnerleben.
Mit jedem Projekt ergeben sich sowohl in den Planungs- als auch in den Herstellungsphasen neue Lern- und Erfahrungsinhalte. Teilhabe bedeutet hier, mit anderen, inklusive den Mitarbeitern, gemeinsam zu lernen und mit ihnen bei Lernprozessen zusammenzuarbeiten. Dies erfordert eine aktive Beteiligung an Lernprozessen und am Gespräch über die Lernerfahrungen. Letztlich geht es um die Wahrnehmung, Akzeptanz und Wertschätzung eines jeden.
Durch die Präsenz der Arbeitsergebnisse in der Öffentlichkeit und der Alleinstellung auf dem deutschsprachigen Markt haben sich vielseitige Kontakte und eine rege Nachfrage nach unseren Produkten ergeben. Es hat sich eine Öffentlichkeit entwickelt, die an die Gartengruppe Flowerpower mit den unterschiedlichsten Anliegen herantritt. Diese Qualität und Realitätsbezogenheit lassen sich festmachen an emotionalen, sozialen und handlungsbezogenen Momenten, in der Frage des Wohlbefindens, des Eingebundenseins in soziale Netze und in kooperative Handlungen. Letztere gehören zu den begrifflichen und konzeptionellen Erklärungsansätzen der Inklusion als inhaltliche Erweiterung der bisherigen Integration. Die Motivation für die Arbeit erfährt hierdurch einen wichtigen Impuls.   

(siehe auch Arbeit & Beschäftigung und Leitbild der Werk- und Betreuungsstätte für Körperbehinderte GmbH)

 Mitglieder: Neun Beschäftigte, drei Mitarbeiter
 
Ziele:  Spaß an der gemeinsamen Arbeit sowie die Förderung von individuellen Entwicklungsbereichen

Als Entwicklungsbereiche werden hier die unterschiedlichen Dimensionen der Persönlichkeitsentwicklung bezeichnet. Sie sind eng miteinander verwoben und werden nur aus Gründen der Übersichtlichkeit und notwendiger Schwerpunktsetzungen nach folgenden Bereichen gegliedert:

    1. Wahrnehmung und Bewegung
    2. Sprache und Denken
    3. Personale und soziale Identität  

Eine Förderung orientiert sich am individuellen Förderbedarf des Beschäftigten. Hierbei sind Schwerpunktsetzungen in der Förderung notwendig, wie sie sich in den sieben Förderschwerpunkten widerspiegeln. Besondere Anforderungen stellen Beschäftigte mit schweren Mehrfachbehinderungen.

Förderschwerpunkte können sich auf folgende Bereiche beziehen:
     1. Lernen
    2. Sprache
    3. emotionale und soziale Entwicklung
    4. geistige Entwicklung
    5. körperliche und motorische Entwicklung
    6. Hören
    7. Sehen

Die Ziele sollen durch ein konkretes, praxisbezogenes, ganzheitliches, projekt- und erlebnisbezogenes Lernen im Rahmen der gärtnerischen Arbeit gefördert werden.

Ø      Ganzheitliches, Lernen unter Beteiligung von „Kopf, Herz und Hand“
Ø      Gemeinsames, praktisches Arbeiten
Ø      Realitätsbezogenes Lernen
Ø
     
Entwicklung der personalen und sozialen Identität
Ø
     
Stärkung der Handlungsbereitschaft
Ø
     
Erleben von Gemeinschaft beim Arbeiten
Ø      Erleben und Erlernen von zeitlicher Orientierung: Jahreszeiten, Monate, Wochen, Tage, Stunden
Ø
     
Schulung und Kultivierung der Sinne
Ø
     
Entwickeln der individuellen motorischen Fähigkeiten
Ø
     
Erfahren von Raumwahrnehmung
Ø
     
Sich in der Arbeitswelt orientieren und sich auf wechselnde Bedingungen einstellen
Ø
     
Formen freien Lernens, z.B. projektorientiertes Lernen, in konkreten Situationen anwenden
Ø
     
Pflanzen und Tiere und ihre Lebensräume unmittelbar vor der Türe erleben und erkunden (Natur und Umwelt erkunden)
Ø
     
Erwerb von Qualifikationen für den handelnden Umgang mit der Natur
Ø
     
Säen, Pflegen, Ernten als elementare Kulturtechniken kennen und schätzen lernen
Ø
     
Erfahren, wie viel Wissen, Arbeit und Mühe notwendig sind, Pflanzen anzubauen
Ø
     
Nutzpflanzen selbst anbauen und verwerten
Ø
     
Übernahme von Verantwortung für den Erhalt von Pflanzen und Tieren sowie ihren Lebensräumen über einen längeren Zeitraum
Ø      Erwerb positiver Erfahrungen beim Schutz von Pflanzen und Tieren
Ø
     
Erleben, wie einmalig, interessant, schön und leicht verletzbar Lebewesen sind
Ø
     
Gespür entwickeln für den Eigenwert und die Lebensansprüche von Pflanzen und Tieren
Ø
     
Früher und Heute erforschen
Ø
     
Wirtschaftlich planen und entscheiden
Ø
     
Informationen gewinnen und verarbeiten - mit Medien gestalten
Ø
     
Anregungen für die eigene Freizeitgestaltung empfangen. 

Die Ziele werden hier zwar getrennt aufgeführt, treten aber in Wirklichkeit auf Grund der Komplexität der Gartenarbeit immer im Verbund auf.

Weitere Differenzierung einiger oben genannter Förderziele:

Persönlichkeitsentwicklung

  • Einschätzen der eigenen Person 
  • Handlungsfähigkeit 
  • Kommunikationsfähigkeit 
  • Kooperation, Teamfähigkeit
  • Lern- und Leistungsmotivation 

Soziale Kompetenzen

  • Eigenwahrnehmung, Fremdwahrnehmung 
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Vermeiden bzw. Abbau von Vorurteilen
  • Konfliktbewusstsein, Konfliktlösungsverhalten

Förderung der Wahrnehmung 

  • Differenzierung im Angebot zur visuellen, auditiven, haptischen (Tastsinn) Wahrnehmung 
  • Sensibilisierung der Sinnesreize
  • Möglichkeit zur Erfahrung von Sinnesreizen
  • Benennung ihrer Qualitäten/ Erkennen
Zeitwahrnehmung
  • Jahr, Jahreszeiten, Monat, Tag, Stunde, Minute, Sekunde
  • Rituale schaffen (Eintreten in den morgendlichen Kreis, Arbeit, Mittag, Arbeit, Abfahrt)
  • Arbeitseinheiten, Mittagessen 
  • Wetterdatenaufzeichnung
  • Arbeitszeit im Garten, im Gruppenraum
  • Wachstum von Pflanzen; Aussaat 
  • Weihnachts-/Osterverkauf 

Raumwahrnehmung

  • Hilfsmittel zur „Raumerfühlung“
  • Ansprache durch Mitarbeiter, Beschäftigte 
  • Rituale, die helfen Räume zu unterscheiden

Beschäftigungsbereich

Beschäftigte:
Ø     
Planung und Durchführung der anfallenden Arbeiten, bei Bedarf begleitend durch Mitarbeiter
Ø
     
Eins zu Eins Begleitung der Beschäftigten, im Sinne des selbstständigen Arbeitens, für die schwächsten Gruppenmitglieder in adäquaten, individuell angepassten Arbeitsphasen. Bereitstellung eines Angebotes gruppeninterner therapeutischer Maßnahmen (Power-Link, Resonanzplatte, Klangerfahrungen, Sinneserfahrungen im gärtnerischen Bereich usw..

Arbeitsorte:
    Ø      Gruppenraum
    Ø
     
Gewächshaus (40m²) mit Arbeitraum (40 m²)
    Ø
     
Freigelände   
                  - Staudengarten ca. 25m²
                  - Bibelgarten ca. 9m²
                  - Sinnesgartenzucht (Hochbeete ca. 9m²)
                  - Kräutergarten ca. 8m²
                  - Kübelpflanzenzucht und Pflege ca. 8m²
                  - Thymianbeet 6 m² 

Produkte:
    Ø
     
Bibelgarten im Karton
    Ø
     
Therapierasen im Karton
    Ø
     
Klostergarten im Karton
    Ø
     
Welternährung im Karton?
    Ø
     
Saaten zu den Themenkartons
    Ø
     
Pflanzenzucht (vornehmlich konkurrenzlose Nischenprodukte wie z.B. Exoten)
    Ø
     
Schnittblumen
    Ø
     
Skripte
                        -         Bibelgarten im Karton
                        -         Klostergarten im Karton
                        -         Welternährung im Karton?
    Ø
     
Weihnachtsgestecke und –produkte
    Ø
     
Ostergestecke und –produkte
    Ø
     
Kräuterprodukte

 

Arbeitsangebote

 Saisonübergreifende TätigkeitenFlowerpower im Bot. Garten HH

    Ø      Planung anstehender Projekte
    Ø
     
Planung und Durchführung von Einkäufen
    Ø
     
Buchführung
    Ø
     
Verkauf und Verschickung der Themenkartons
    Ø
     
Öffentlichkeitsarbeit
    Ø
     
Restaurierung historischer Gartengeräte
    Ø
     
Exkursionen zu gärtnerischen Einrichtungen

 Saison Oktober – April

 Arbeitsschwerpunkte im Gruppenraum
    Ø
     
Anzucht von Pflanzen (Projekte, Themenkartons)
    Ø
     
Zucht und Pflege von Exoten
    Ø
     
Sukkulentenzucht (seltene Arten mit Unterstützung des Botanischen Gartens der Uni Kiel)
    Ø
     
Präsentation des Bibelgarten im Karton (Pflanzen, Saat, PC-Präsentation, Papyruspapierherstellung, Internetpräsenz)
    Ø
     
Organisation der Kartonverschickung (Themenkartons)
    Ø
     
Erstellung von Weihnachtsprodukten
    Ø
     
Erstellung von Osterprodukten
    Ø
     
Interne Weiterbildung
    Ø
     
Erprobung neuer Arbeitsmethoden
    Ø
     
Absatzmärkte erschließen
    Ø
     
Wetterbeobachtung
    Ø
     
Buchführung für den Versand
    Ø     
Restaurierung von historischen Gartengeräten
    Ø
     
Kunstprojekte

  Saison April – Oktober

 Arbeitsschwerpunkte im Gewächshaus und im FreigeländeKunst im Garten
    Ø
     
Anzucht von Pflanzen (Projekte, Themenkartons)
                - ca. 800 Pflanzen Bibelgarten

                - ca. 200 Pflanzen Sinnesgarten
                - ca. 50 Pflanzen Exoten
                - Auftragsarbeiten
    Ø      Pflege
                - Staudengarten
                - Hochbeete
                - Kräutergarten
                - Kübelpflanzenzucht (Exoten)
                - Sukkulentenbeet
                - Bibelgarten

    Ø
     
Naturnahes Gärtnern
               
-         Verwertung des eigenen Kompostes
               
-         Einsatz von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung
    Ø
     
Bestückung des Einrichtungsgartens
                - mit seltenen Pflanzen (z.B. mit winterharten Exoten)
                - Bereitstellung von Therapie- und Sinneskübeln
                - Pflege des Therapierasens auf dem Gelände der Tagesstätte

Das Konzept ist in Teilen gemeinschaftlich von der Gartengruppe „Flowerpower“ erarbeitet worden.

Januar 2010
Peter Portalla

Gartengruppe "Flowerpower"
Tatjana Blank; Kai Horstmann; Martina Tümmers; Gunnar Lenz;
Thomas Jürgensen; Rolf Dose; Heinz Doormann, Maren Knebel

Mitarbeiter:
 Brigitte Budzynski; Jochen Stamm; Peter Portalla


Literatur:
Chalfont, Garuth: Naturgestützte Therapie. Tier- und pflanzengestützte Therapien für Menschen mit einer Demenz ­planen, gestalten und ausführen. Huber-Verlag.  Bern 2009
Bendlage, Rudolf; Nix, Alexander; Schützendorf, Erich; Wölfel, Astrid: Gärten für Menschen mit Demenz: Ideen und Planungsempfehlungen.Ulmer-Verlag 2009
Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur Garten und Gesundheit: Zur Bedeutung des Grüns für das Wohlbefinden
. Callwey-Verlag.2008
Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V. (Hrsg.):
Gartentherapie. Neue Reihe Ergotherapie; Allgemeine Themen. Schulz-Kirchnerverlag. Idstein 2007
Niepel, Andreas; Emmrich, Silke: Garten und Therapie  Wege zur Barrierefreiheit, Ulmer 2005
Hüneke-Berting, Christa; Jung, Sandra;  Kellner, Gabriele; Neuhauser, Fritz; Niepel, Andreas; Putz, Maria: Gartentherapie. Schulz-Kirchner-Verlag. 2007
Niepel, Andreas, Pfister, Thomas: Praxisbuch Gartentherapie. Schulz-Kirchner-Verlag,  2010
Roger Ulrich:  Effects of Gardens on Health Outcomes   in: Healing Gardens -Therapeutic Benefits and Design Recommendations; Clare Cooper Marcus, Marni Barnes 1999
Schumacher, Verena:  Gartentherapie als Methode des Empowerments für Menschen mit psychischen Erkrankungen; Diplomarbeit; Hochschule für Sozialwesen, Esslingen 2005
Scheiblhofer, Katrin:  Der Garten als Lebenshilfe – Theorie und Praxis der Gartentherapie; Diplomarbeit an der  HBLV f. Gartenbau/Wien, Schönbrunn 2003
Schneiter-Ulmann; Renata: Lehrbuch Gartentherapie.  Huber Verlag, Bern 2010
Siedler, Sylvia: Freiraum/Therapieraum; Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien 2003
Simmen, Rene´; Welter, Rudolf: Therapie von Umweltbedingungen statt Therapie von Symptomen; in Ludwig Reiter: Lehrbuch der systemischen Familientherapie, Springer Verlag
Steininger, Birgit: Soziales und Therapeutisches Gärtnern. Av Buch. 2010
Teigel, Petra: Seniorengerechte Außenräume - Lustwandel oder Spießrutenlauf; Diplomarbeit am Institut für Landschafts- und Umweltplanung der TU Berlin 2001
Schaier, Alice: Gartenarbeit für Körperbehinderte und Senioren. Verlag Modernes Lernen. Dortmund. 1986.

 Internet:    

Ergonomische Gartengeräte für Menschen mit Behinderungen zum Bestellen

 

Stand02.12.2016